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Mobilität – ein Thema mit und für die Zukunft

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Ob zu Fuss, per Velo, Auto, Zug, Tram oder Bus: Wir sind ständig unterwegs. Das Tempo nimmt zu, die Distanzen ebenfalls. Wie gehen wir mit dem ungebremsten Wachstum um? Wohin führt es? Das Team Vernetzte Mobilität der Südostbahn unter der Leitung von Marius Schmidt beschäftigt sich mit der Mobilitätszukunft und denkt visionär.

Ein dichtes öV-Netz mit einem eng getakteten Fahrplan sowie ein Strassennetz, noch dichter und in sehr gutem Zustand, dominieren die Mobilitätslandschaft der Schweiz. Deren Beanspruchung nimmt laufend zu; das Wachstum der Mobilität ist ungebremst. Die Folge: Wir sind konfrontiert mit einer steten Zunahme an Staustunden, mit überfüllten Zügen zu Spitzenzeiten und mit einer stark beanspruchten Bahninfrastruktur. Andererseits sind Züge, Busse und Trams zu Randzeiten fast leer, Privatfahrzeuge stehen im Schnitt zu über 90 Prozent herum und sind schlecht ausgelastet.

Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar – im Gegen teil. Dass die Trendwende von selbst kommt, scheint unrealistisch. Wie reagieren wir darauf? Welche Lösungen gibt es? Marius und sein Team Vernetzte Mobilität bei der SOB setzen sich mit diesen Fragen auseinander. Sie entwickeln vernetzte Mobilitätslösungen, die verschiedene Verkehrsträger sinnvoll miteinander verbinden. Das Ziel ist eine nachhaltige, effiziente und zukunftsfähige Mobilität. Um diese Entwicklung zu fördern und zu gestalten, widmet sich die Abteilung konkreten Projekten und Initiativen rund um vernetzte Mobilität.

Flexibilisierung des Platzangebots

Für Pendlerinnen und Pendler ist im Zug vor allem eines entscheidend: ein Sitzplatz. Wer am Wochenende unterwegs ist, nimmt andere Ansprüche wahr: Gefragt ist Stauraum – je nach Saison, Uhrzeit oder Wetter für Velos, Skiausrüstung oder Kinderwagen. Um auf diese Ansprüche flexibel reagieren zu können, hat die Südostbahn das Projekt «IFiZ» – Innovative Flächenbewirtschaftung im Zug – lanciert. Nach dem Vorbild eines Schweizer Taschenmessers bietet der Raum eine Vielzahl an Funktionen, die je nach Bedarf «ausgeklappt» werden können. Dank flexibler Module lassen sich die Abteile einfach an die Bedürfnisse der Reisenden anpassen.

Weitere Infos zu flexiblen Abteilen für Velo und Gepäck unter: direkt.sob.ch/ifiz

Integrierte Wohn- und Mobilitätskonzepte

Häufig machen wir uns wenig Gedanken über den Besitz und die Nutzung des eigenen Autos, dessen Notwendigkeit, Kosten oder gar Alternativen dazu. Integrierte Wohn- und Mobilitätskonzepte zeigen mit einem ganzheitlichen Planungsansatz neue Möglichkeiten auf, indem Wohnen, Verkehr und Mobilität von Anfang an gemeinsam gedacht und geplant werden. Das Konzept setzt darauf, dass ein Umzug auch eine Chance für eine Veränderung ist. Eine Umstellung liegt insbesondere dann im Bereich des Möglichen, wenn die Option attraktiv ist, einen Mehrwert bietet, die Lebensqualität verbessert und – als wichtigste Voraussetzung – die individuelle Mobilität sicherstellt.

Digitalisierung

Im Schweizer öV ist die SBB Mobile App heute das Mass aller Dinge. Was dort als Verkehrsmittel nicht erscheint, ist für viele Nutzerinnen und Nutzer nicht existent. Weil nicht alle Angebote integriert sind, kann keine durchgehende Reisekette gebucht werden. Im Gegensatz zur Verkehrsbranche haben sich in anderen Wirtschaftszweigen digitale Plattformen längst etabliert, beispielsweise im Versandhandel oder in der Tourismusbranche. Die jüngsten Ideen setzen auf künstliche Intelligenz (KI): Es scheint realistisch, dass zukünftig anstelle von Plattformen sogenannte KI-Agenten – also Systeme, die Informationen nutzen, um gezielt zu handeln – das optimale Angebot zusammenstellen. In Bezug auf die Mobilität würde der KI-Agent das Bedürfnis erkennen, aufgrund aller verfügbaren Daten die optimale Reisekette zusammenstellen, die erforderlichen Billette kaufen und den idealen Weg aufzeigen.

Regionale Mobilitätskonzepte

Das Ziel von regionalen Verkehrskonzepten ist es, eine attraktive Alternative zum eigenen Auto zu schaffen. Ausserhalb der urbanen Räume steigt das individuelle Mobilitätsbedürfnis, und die Abhängigkeit vom eigenen Auto ist besonders ausgeprägt. Dort haben es klassische – fahrplan- und liniengebundene – öV-Angebote schwer: Es bleibt stets bei einem Kompromiss zwischen Fahrplandichte und Aufwand. Das Potenzial für integrierte Angebote, die den öV mit Carsharing, Rufbussen oder Sammeltaxis nahtlos kombinieren, ist gross. Automatisierte Fahrzeuge eröffnen die Chance auf eine baldige Umsetzung.

Pilotregion Andermatt

Zusammen mit Partnern hat die SOB eine neue Mobilitätslösung aufgebaut. Das Angebot des Vereins Alpine Mobility besteht heute aus Kleinbussen, die flexibel nach Bedarf verkehren, Carsharing und einem Veloverleihsystem. Die eigentliche Innovation besteht aus der Entwicklung einer digitalen Lösung, die erstmals die integrale Buchung von öffentlichem Verkehr und einem On-demand-Angebot ermöglichen wird.

Text: Esther Volken, Grafik: sags

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Dieser Beitrag stammt aus der Frühlingsausgabe unseres Magazins "Schriftzug". Lust auf weitere Artikel? Abonnieren Sie den Schriftzug kostenlos und erhalten Sie die neuste Ausgabe direkt per Post zugeschickt.

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