Mit dem Treno Gottardo Hockey-Extrazug bis spät in die Nacht sicher und komfortabel nach Hause fahren. Was im Jahr 2022 begann, ist zu einer langjährigen Partnerschaft zwischen der Südostbahn und dem HC Ambrì-Piotta geworden. Ein Blick auf die Extrazugplanung und Neuerungen der Hockey-Saison 2025/2026.
Um 22.30 Uhr setzt sich der Traverso der Südostbahn in Richtung Norden in Bewegung. Im Zug herrscht eine ausgelassene Stimmung. Fans in blau-weiss diskutieren in den Abteilen über das letzte Tor, jemand mischt ein Kartenspiel und Bierdosen klacken aneinander. Für viele ist der Hockey-Extrazug längst nicht nur ein Transportmittel – er ist ein Ort, wo Fans mit der Leidenschaft für Hockey zusammenkommen.
Planung mit Fingerspitzengefühl
Damit die Fans mit den Zügen nach Hause kommen, dafür sind unterschiedliche Abteilungen involviert. Sobald der Spielplan im Juni veröffentlicht wird, setzen sich die Abteilungen Transportplanung, Produktionssteuerung, Kundenbegleitung und Marketing zusammen und planen die Hockey-Extrazüge der diesjährigen Saison.
«Für die Planung von Extrazügen sind sehr viele Beteiligte involviert. Neben einem exakten Fahrplan müssen Schienenfahrzeuge vorhanden sein, die Kundeninformationen via Online-Fahrplan sowie an Bahnhöfen mittels Lautsprecherdurchsagen, Zuganschriften und Perronanzeigen gilt es zu erstellen und Kundenbegleiter und Lokpersonal muss organisiert werden», sagt Andreas Leonhardt, Fachspezialist Transportplanung. «Mittlerweile sind wir geübt. In der ersten Saison 2022/2023 galt es einige Aspekte herauszufinden. Beispielsweise wie viele Kundenbegleiter/-innen und Sicherheitspersonal auf den Zügen benötigt werden», ergänzt Nadine.
Dann kommt die grösste Hürde: Die Playoff-Saison, sie ist nicht vorhersehbar. Letztes Jahr hatte die Südostbahn 20 bis 30 Extrazüge geplant, am Ende sind davon gerade einmal drei gefahren. Man kennt bis zum Schluss die Tabelle und die Spielorte nicht. Würde man erst kurzfristig reagieren, könnte man den Extrazug nicht fahren. So treffen sich die genannten Abteilungen vor Weihnachten zu einer Playoff-Sitzung, wo bereits erste Tendenzen beobachtet werden können. «Wir planen dann alle möglichen Daten ein, sobald die Platzierung klar ist, annullieren wir zu viel geplante Züge», erklärt Nadine.
Aus Marketingsicht unterscheidet sich der Hockey-Extrazug von anderen Extrazügen aufgrund seiner Dauer. Der Hockey-Extrazug verkehrt während einer ganzen Saison, bei einem Teil davon ist erst kurzfristig bekannt, ob die Züge überhaupt fahren. Es gibt Kommunikationskampagnen, um den Zug zu bewerben und dazugehörige Auswertungen. Der Hockey-Extrazug gibt in jedem Bereich mehr Aufwand als ein einmalig verkehrender Extrazug. «Ich habe <nur> einen Monat Pause vom Hockey, dann geht’s mit der Planung für die kommende Saison weiter», sagt Nadine lachend.
Ein bunter Mix sorgt für Stimmung
Wer am liebsten nie Pause vom Hockey hätte, wären die zahlreichen Fans des HC Ambrì-Piotta. So versammeln sich Eishockeybegeisterte jeden Alters im Extrazug: Kollegen, Väter mit Söhnen und Töchtern oder Frauengruppen. Dieser bunte Mix sorgt für eine ausgelassene Stimmung. Sie alle geniessen aber auch das komfortable und sichere Heimkommen, damit sie auch einmal zwei Bier trinken können oder sich keine Gedanken um die dicke Schneeschicht auf den Strassen machen müssen.
Für jedes Budget etwas dabei
Wer das Angebot nutzen will, kauft auf dem digitalen Marktplatz ein Billett. Es gibt zwei Tarife: von Zürich HB bis Ambrì-Piotta oder von Flüelen bis Ambrì-Piotta.
Seit dieser Saison haben Fans sogar die Möglichkeit Gönnerin oder Gönner zu werden und den Extrazug damit aktiv zu unterstützen. «Aus einer Kundenrückmeldung ging hervor, dass der Zug keinesfalls verschwinden darf. Die Fans selbst sind bereit, das Angebot zu unterstützen», sagt Nadine. Es gibt drei verschiedene Kategorien: Bronze, Silber und Gold. Mit dem Beitrag helfen die Fans, dass der Extrazug auch in Zukunft rollt, und leisten einen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität.
Herzensprojekt geht weiter
«Wir machen Fans auch die nächsten drei Jahre glücklich», sagt Nadine. Die Südostbahn und der HC Ambrì-Piotta verlängern ihre Partnerschaft bis zur Saison 2028. Sie arbeiten weiter in die gleiche Richtung und haben ein gemeinsames Ziel. Das spüre man. Mit Ambrì habe man einen flexiblen Partner gefunden, mit dem man auch Aktivitäten ausprobieren könne. Nadine ergänzt: «Es lohnt sich also in jedem Fall in den Hockey-Extrazug einzusteigen.»
Text: Jeannine Lieberherr
Bilder und Video: SOB