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Im Einsatz für zuverlässige Züge

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Dass die Züge der SOB zuverlässig und pünktlich unterwegs sind, dafür sorgen nicht nur die Betriebsführung, das Lokpersonal und ein gut abgestimmter Fahrplan, sondern auch die fleissigen Hände der Instandhaltungsmitarbeitenden in den Service-Zentren. Sie halten mit regelmässigen Kontrollen und Reparaturen die Fahrzeuge am Laufen.

Bodenmarkierungen kennzeichnen den sicheren Weg in die grosse Halle. Der Geruch von Schmieröl liegt in der Luft. Im Service-Zentrum Herisau reihen sich die Züge aneinander: Auf der einen Seite steht ein Flirt 3, auf der anderen ein Traverso. Unter den Fahrzeugen, auf den Arbeitsbühnen und im Inneren der Züge sind Frauen und Männer in orangen Schutzausrüstungen beschäftigt. Sie sorgen dafür, dass die Züge einsatzfähig sind und die Reisenden sicher an ihr Ziel gelangen: die Mitarbeitenden der Instandhaltung. Durch das Zusammenspiel vieler Hände, kluger Köpfe und unterschiedlicher Herangehensweisen sind die Züge Tag für Tag möglichst reibungslos unterwegs. «Bei uns steht Teamarbeit an oberster Stelle», sagt Menno van der Sar, Gruppenleiter Instandhaltung in Herisau. Er arbeitet erst seit wenigen Monaten bei der SOB, hat aber schon nach kurzer Zeit gespürt, dass Wertschätzung und Zusammenhalt hier gelebte Werte sind. Das war ihm bei seinem Stellenantritt besonders wichtig – denn er weiss, wie entscheidend diese Faktoren für eine funktionierende Instandhaltung sind. Menno war bereits bei anderen Bahnbetrieben als Gruppenleiter tätig und bringt viel Erfahrung mit. «Einmal Bähnler, immer Bähnler», sagt er schmunzelnd.

«Bei uns steht Teamarbeit an oberster Stelle.»
Menno van der Sar, Gruppenleiter Instandhaltung

Hinter den Kulissen, aber unverzichtbar

Als Gruppenleiter ist Menno für eines von vier Instandhaltungsteams in Herisau verantwortlich. Wer an die Instandhaltung von Zügen denkt, hat wohl genau das im ersten Abschnitt beschriebene Bild im Kopf: Es wird an den Fahrzeugen herumgeschraubt, damit sie fahrtüchtig sind. Wie stark die Instandhaltungsarbeiten die Abläufe im Bahnbetrieb tatsächlich beeinflussen, ist vielen nicht bewusst. «Unser Hauptziel ist es, einen sicheren Betriebsablauf zu gewährleisten», sagt Menno. Dabei steht die Sicherheit, also dass die Züge störungsfrei unterwegs sind, an oberster Stelle. Aber auch der Komfort für die Reisenden ist ein wichtiges Anliegen. Die Züge kommen je nach Einsatzplan ins Service-Zentrum – etwa für die Reinigung, das Entleeren der WCs oder das Auffüllen von Betriebsstoffen. Zusätzlich sind alle 30 Tage definitiv angesetzte Instandhaltungschecks an den Fahrzeugen notwendig, bei denen zum Beispiel die Kontrolle sämtlicher Dachkomponenten ansteht. «Sehr viele Zugteile befinden sich mittlerweile auf dem Dach. Die Klimageräte, deren Filter gewechselt werden müssen, oder die Kompressoren für die Luft, die das Lokpersonal für das Bremsen benötigt», erklärt Menno. Die Instandhaltung ist ähnlich wie der Service, den man bei Autos auch regelmässig durchführen muss.

Zwischen fester Struktur und spontanen Herausforderungen

Wann welcher Zug in den Service muss, ist genau geplant. Die Arbeitstage in der Instandhaltung folgen daher einem festen Ablauf. Nichtsdestotrotz sei kein Tag wie der andere. «Auch im sonst geregelten Bahnbetrieb gibt es immer wieder Unvorhergesehenes», meint Menno. Störungen an den Fahrzeugen machen die Instandhaltungsarbeit abwechslungsreich. «Neben den geplanten Arbeiten halten wir immer einen Zeitpuffer für dringende Fälle frei. Fällt zum Beispiel eine Toilette aus, hat diese Reparatur Priorität. Als Gruppenleiter gehört es zu meinen Aufgaben, die Fälle einzuschätzen und die Arbeit entsprechend zu koordinieren», sagt Menno. Damit alle auf dem aktuellen Stand sind, beginnt jeder Arbeitstag mit einer kurzen Besprechung – dem sogenannten Shop-Floor. Vor einem Board, auf dem die anstehenden Arbeiten vermerkt sind, verschafft sich das Team gemeinsam einen Überblick über die Fahrzeuge und deren Kontrollen oder Reparaturen. Der jeweilige Tageschef erläutert die wichtigsten Punkte, verteilt die Aufgaben und sorgt so für Klarheit. Die Besprechung dauert nur wenige Minuten, schafft aber Struktur und Effizienz.

«Wir sind keine Einzelkämpfer, nur zusammen läuft es richtig rund.»
Menno van der Sar, Gruppenleiter Instandhaltung

Zwei Service-Zentren für unterschiedliche Schwerpunkte

In Herisau wird die betriebsnahe Instandhaltung durchgeführt. Dazu gehören die Instandhaltungschecks, präventive Arbeiten wie Sichtkontrollen ums Fahrzeug sowie die Störungsbehebung. Der Unterschied zur schweren Instandhaltung, die im Service-Zentrum in Samstagern durchgeführt wird, liegt in den Arbeiten, die erledigt werden. «In Samstagern stehen gröbere Arbeiten wie Kupplungs- oder Drehgestellwechsel sowie Revisionen ausgewählter Komponenten an. Das Service-Zentrum ist für diese Art von Arbeiten besser ausgerüstet», sagt Menno.

Mehr Verantwortung, mehr Vielfalt

Was an beiden Standorten gut funktioniert, ist der Teamzusammenhalt. «Wir sind keine Einzelkämpfer, nur zusammen läuft es richtig rund», sagt Menno. Neben einem guten Arbeitsklima hat die Teamarbeit einen weiteren Vorteil – gebündeltes Wissen an einem Ort. Die Mitarbeitenden in der Instandhaltung kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Unter ihnen sind Automechaniker/-innen, Elektriker/-innen, Bauarbeiter/-innen und Mitarbeitende aus der Produktions- und Maschinenbauindustrie. Alle bringen besondere Stärken mit, sodass sie sich gegenseitig unterstützen können. «Breites Wissen wird auch darum immer wichtiger, weil die Aufgaben komplexer werden», erzählt Menno. Die Instandhaltung entwickelt sich stetig weiter. In Herisau sollen künftig mehr Komponenten aufgearbeitet werden. «Das heisst, wir tauchen noch tiefer in die Fahrzeuge ein und finden Lösungen, um Bauteile wiederzuverwenden, statt sie zu ersetzen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft», führt Menno aus. Durch die Integration der Störungsbehebung zusätzlich zu den präventiven Instandhaltungsarbeiten sei der Beruf spannender geworden. «Die betriebsnahe Instandhaltung umfasst viele wiederkehrende Arbeiten. Durch die neuen Aufgaben müssen wir uns immer wieder hineindenken, Ursachen finden und Lösungen entwickeln. Das macht die Arbeit abwechslungsreich und anspruchsvoll – und für die Mitarbeitenden attraktiver.» Auch die Schichtarbeit wurde ansprechender gestaltet: zwei Wochen Tagesschicht, eine Woche Nachtschicht – danach eine Woche frei zur Erholung. Dieser Turnus wiederholt sich Monat für Monat. Das bringt Planbarkeit und erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Mitwirkung, die bewegt

Dass es ihren Mitarbeitenden gut geht, ist der SOB wichtig. In der Instandhaltung hat dies Menno vor allem daran festgestellt, dass die Mitarbeitenden aktiv in die Optimierung der Arbeitsprozesse involviert werden. «Bei uns haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, Veränderungen zu bewirken. Ihre Anliegen, die dann schrittweise abgearbeitet werden, halten sie schriftlich fest», sagt Menno. Dies sei auch im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. In der Instandhaltung ist es wichtig, Prozesse so schlank und effizient wie möglich zu halten, weshalb stets ein Auge auf Fortschritt geworfen wird. «Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Abläufe nicht stehenbleiben, sondern immer effizienter und besser werden», sagt er. Von dieser Entwicklung profitieren schliesslich nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Reisenden. Denn eine starke Instandhaltung bedeutet sichere Züge, verlässliche Verbindungen und Reisekomfort auf hohem Niveau. So trägt die Arbeit hinter den Kulissen ganz wesentlich dazu bei, dass die Kundinnen und Kunden gerne mit der SOB unterwegs sind.

Text und Fotos: Jil Rietmann

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