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Damit die Weiche auch im Winter richtig steht

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Wenn im Winter Schnee und Eis das Streckennetz bedecken, kommt eine Technik zum Einsatz, die den Zug trotzdem pünktlich weiterrollen lässt. Weichenheizungen verhindern, dass vereiste Weichen den Bahnbetrieb lahmlegen. Markus Allenspach, Technologie Manager Niederspannung & Telecom bei der SOB, gibt Einblick in Funktionsweise, Energieverbrauch und Zukunft dieser wichtigen technischen Installation.

Was ist eine Weichenheizung – und warum braucht es sie?
MA:
Eine Weichenheizung ist ein fest installiertes Heizungselement an einer Weiche. Praktisch alle Weichen im Streckennetz der SOB sind damit ausgerüstet. Die Heizung besteht aus langen Heizstäben, die am Schienenfuss angeklammert werden. Sie kommt bei Schneefall und tiefen Temperaturen zum Einsatz und sorgt dafür, dass die Weichen schneefrei bleiben. Das ist entscheidend, denn vereiste Weichen lassen sich nicht mehr verstellen. Da der bewegliche Teil der Weiche die Fahrtrichtung des Zuges vorgibt, muss sie jederzeit zuverlässig funktionieren.

Wie funktioniert eine Weichenheizung?
MA:
Bei den Weichenheizungen handelt es sich um elektrische Heizungen. Die benötigte elektrische Energie wird aus der Fahrleitung (Oberleitung) bezogen und auf die passende Spannung transformiert. Anschliessend wird der Strom in die Heizstäbe geleitet. Technisch gesehen sind es Widerstandsheizungen – vergleichbar mit jenen in einem Wasserkocher oder Backofen.

Wann schaltet sich die Heizung ein?
MA:
Jede Weichenheizung hat eine Steuerung, die über eine Wetterstation verfügt. Sinkt die Aussentemperatur auf etwa zwei bis drei Grad und wird gleichzeitig Feuchtigkeit erkannt, interpretiert die Steuerung dies als mögliche Schneesituation. Zusätzlich wird die Temperatur der Schienen überwacht. Sind auch diese kalt genug, gibt die Steuerung automatisch den Befehl zum Heizen. Dieser Prozess läuft kontinuierlich ab, damit frühzeitig geheizt wird – denn nachträgliches Auftauen ist deutlich schwieriger.

Wie hoch ist der Energieverbrauch einer Weichenheizung?
MA:
Der Energieverbrauch lässt sich gut mit einem Privathaushalt vergleichen: Wenn dort alle elektrischen Geräte gleichzeitig eingeschaltet sind, entspricht das ungefähr dem Verbrauch einer Heizung für eine einzige Weiche. Im gesamten SOB-Streckennetz werden rund 190 Weichen beheizt. Wir sind uns dem hohen Energieeinsatz bewusst und achten auf einen gezielten Umgang. Zum Beispiel wird eine selten genutzte Nebenweiche nicht gleich stark beheizt wie eine zentrale Hauptweiche.

Was passiert, wenn die automatische Steuerung ausfällt?
MA:
Fällt die automatische Ansteuerung aus, wird im Leitsystem eine Störungsmeldung ausgelöst. Die Fahrdienstleiter können dann manuell eingreifen und die betroffene Weichenheizung über ein separates System aktivieren oder nachjustieren. In der Regel ist das nicht nötig und kommt meist nur bei extremen Wetterbedingungen, besonders schwer schmelzendem Schnee oder Schneeklumpen vor. Denn eines ist klar: Funktionierende Weichenheizungen sind essenziell – im Extremfall könnte bei einem Ausfall der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden.

Hat sich der Heizungsprozess im Laufe der Zeit verändert?
MA:
Ja, vor allem durch die Einführung moderner Steuerungen. Früher mussten die Fahrdienstleiter die Weichenheizungen noch manuell ein- und ausschalten. Nicht selten galt dabei das Motto: im Herbst einschalten, im Frühling wieder ausschalten. Heute übernimmt die intelligente Steuerung diese Aufgabe deutlich (energie-)effizienter und bedarfsgerechter.

Wird es in Zukunft umweltfreundlichere Lösungen geben?
MA:
Ein zentraler Punkt ist die Herkunft des Stroms – also wie die Energie produziert wird, etwa aus Wasser-, Wind- oder Solarenergie. In diesem Bereich ist die SOB bereits sehr gut aufgestellt, insbesondere in Bezug auf den CO₂-Ausstoss. Denkbar sind in Zukunft zudem noch präzisere Sensoren, damit wirklich nur dann geheizt wird, wenn es unumgänglich ist. Wir optimieren, wo wir können.

Text: Jil Rietmann

Bilder: SOB/Hanspeter Schenk

Technische Eckdaten zur Weichenheizung

  • Beheizte Weichen: 190 (inkl. Service-Zentrum)
  • Installierte elektrische Leistung: 1 690 kW
  • Verbrauch pro Jahr ca. 845 000 kWh (ca. 11% der Traktionsenergie) ≙ 220 4-Personen-Haushalten pro Jahr
  • Stromkosten rund 100 000 CHF/ Jahr
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