Ein Kinderbillett zaubert ein Lächeln ins Gesicht

| Geschichte

Vier Sonntage, vier Kerzen, vier Geschichten: Wir blicken zurück auf das SOB-Jahr 2023. Jeden Adventssonntag erzählen wir von speziellen und schönen Momenten im Eisenbahnalltag. In der Geschichte zum 3. Advent reist ein kleines Kind ohne Billett, zumindest fast.

Wer mit der Eisenbahn reisen will, benötigt ein gültiges Billett. Das weiss in der Schweiz jedes Kind. Die meisten Reisenden halten sich deshalb an diese Regeln. Wer keines hat, muss mit einer weitaus höheren Gebühr rechnen als das Billett gekostet hätte. Schwarzfahren lohnt sich deshalb definitiv nicht.

Kinder reisen in der Schweiz bis zum 6. Geburtstag kostenlos, danach geht’s mit der Junior-Karte in Begleitung der Eltern für 30 Franken ein ganzes Jahr lang durchs Land. Kinder stehen also selten im Fokus der Billettkontrollen – und wenn dann nur für die Prüfung der Spielbillette. Umso mehr erinnert sich SOB-Kundenbegleiter Florian Inäbnit an eine Begegnung in diesem Jahr.

«Auf der Fahrt von Arth-Goldau nach Luzern begegnete ich einer Familie mit einem etwa dreijährigen Kind». Meist würden die Kinder auf seine humorvolle Frage nach einem Billett entgegnen, dass sie sehr wohl eins hätten. Doch diesmal war es anders: «Das Mädchen schüttelte energisch den Kopf, sie habe kein Billett!». Die Anwesenden reagierten amüsiert. Kundenbegleiter Florian spielte das Spiel der Kleinen mit, wie er sich erinnert: «Ich sagte ihr, dass ich nun zum Lokführer gehen müsse und ihn um einen Halt am nächsten Bahnhof bitten müsse…zum Aussteigen.» Doch nun waren die Anwesenden erst recht überrascht. Denn das Mädchen reagierte keineswegs mit Zorn. Sie war der Idee sogar angetan, allerdings nur unter einer Bedingung: «Denn muss aber s Mami mitcho!»

Ein Lächeln schenken

«Ich habe zum Mädchen dann gesagt, dass ich eine bessere Idee hätte.» Florian überreichte ihr ein Spielbillett. «Damit kannst du heute Reisen.» Das Mädchen strahlte übers ganze Gesicht. Ganz geheuer war ihr die Idee mit dem Aussteigen dann vielleicht doch nicht.

Kundenbegleiter Florian setzte seine Kontrolle im Zug fort. Als er wieder beim Abteil mit der Familie angelangt war, sagte das Mädchen zu ihm: «Du bisch so en Liebe». Er sei sofort errötet ob so viel Freude über ein «Kinderbillett». So habe er ihr noch ein zweites in die Hand gedrückt: «Damit du wieder einmal Reisen kannst.» Das Mädchen strahlte jetzt noch mehr: «Du bisch en Schatz!».

SOB-Kundenbegleiter Florian Inäbnit strahlt ebenfalls, wenn er diese Geschichte erzählt. Im Zug spielt sich das gesamte Leben ab. Mit Charme und etwas Lebensfreude wird auch eine kleine Begegnung von Personal und Kundinnen und Kunden zum Highlight im Alltag. Schenken wir uns also zu Weihnachten einmal ein Lächeln mehr.

Text und Foto: Conradin Knabenhans
Titelbild: KI/Adobe Firefly

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