Dieser Südostbahn-Lokführer bringt andere zum Rätseln

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Weltweit kann man sie lösen: Die Geocaching-Rätsel. Einzige Voraussetzung ist ein GPS-fähiges Smartphone. SOB-Lokführer Joey Koller hat nun Caches für Rätselfreunde entlang der Südostbahn-Strecken von Rapperswil und Wädenswil nach Einsiedeln ausgelegt.

Kreative Rätsel, mysteriöse Zahlenkombinationen und ein wenig Abenteuerlust: Das ist Geocaching. Einer, der die GPS-Schnitzeljagd mit Leidenschaft betreibt, ist Joey Koller. Der 27-Jährige ist Lokführer bei der Südostbahn. Doch Koller löst die Such- und Denksportaufgaben nicht nur, er legt auch aktiv neue Rätsel aus – entlang der SOB-Strecken, bestens mit dem Zug erreichbar.

Koordinaten müssen gefunden werden

Geocaching ist denkbar einfach. Alles was dazu benötigt wird, ist ein Smartphone. Mit einem Account der Plattform geocaching.com und der passenden App dazu, kann es losgehen. Gesucht sind immer die Koordinaten eines Versteckes. Gespielt wird in verschiedenen Varianten: «Tradi», «Multi» oder «Mistery» sind dabei die häufigsten. Mit einem «Tradi» ist die traditionelle Art des Geocachens gemeint, Koordinaten geben einen Hinweis, wo der Schatz versteckt ist. Um bei einem «Multi» ans Ziel zu gelangen, müssen an einem geografischen Punkt verschiedene Hinweise gesucht werden, die zu den Koordinaten führen. Bei «Mistery-Caches» sind Recherche und Knobelei im Vorfeld und unterwegs gefragt. Koller hat einen solchen Cache im Glarnerland platziert, wo Knobeln mit der Flotten-Liste der SOB-Flirt-Züge angesagt ist.

Die meisten Caches von Joey Koller sind sogenannte Multis. An jedem Bahnhof entlang der S13 Wädenswil-Einsiedeln und der S40 Rapperswil-Einsiedeln sind sechs Fragen in der Bahnhofsumgebung zu beantworten, die zum Versteck des «Multi-Caches» führen. In Biberbrugg führen die Rätsel etwa zu Wegweisern, zu Treppenstufen oder aufs Mittelperron mit Blick auf die Signalanlagen. «Mir war wichtig, dass die Antworten nicht einfach im Internet gefunden werden können. Für einen Multi benötigen Spielerinnen und Spieler so rund 30 Minuten Zeit», sagt Koller. Die Fahrt kann also problemlos unterbrochen und mit dem nächsten Zug fortgesetzt werden. Das macht auch der SOB-Lokführer selbst so: «Ich nutze oft Pausen, um einen Cache zu lösen.» So kann er einen Spaziergang mit Knobeln verbinden – das bietet etwas Abwechslung.

Geocacher ist Joey Koller eigentlich schon lange: Mit seiner Familie hat er bereits früh die Georätsel gelöst, danach gerieten sie etwas in Vergessenheit. Doch während der Corona-Lockdowns hat er das Cachen wiederentdeckt: «Als alles geschlossen war, konnte man dennoch cachen», erzählt er. Geocaching ist nicht an Öffnungszeiten gebunden, die Schnitzeljagd kann zudem jederzeit unterbrochen werden. «Ich habe auch schon während der Wartezeit auf den letzten regulären Zug nachts einen Cache gelöst.» Über 1000 Verstecke hat Koller inzwischen gefunden und erfolgreich in seiner Geocache-App «geloggt».

Die Bonuszahl ist gesucht

Hat man alle Hinweise an einem Bahnhof entdeckt, führen diese Zahlen mit etwas Rechnerei zu den Koordinaten des Verstecks. In einem kleinen Pet-Fläschchen – sogenannte Rohlinge, die extra fürs Cachen hergestellt werden – ist ein Logbuch versteckt, in das sich erfolgreiche Finderinnen und Finder eintragen können. Im Logbuch ist zudem eine Bonuszahl versteckt, die es für das Schlussrätsel braucht. Die Caches von Joey Koller sind alle zu Fuss zugänglich und benötigen keine Ausrüstung. Das muss nicht immer so sein: Inzwischen löst der 27-Jährige auch anspruchsvollere Schnitzeljagden: Auf Bäume klettern und Abseilen inklusive.

Wer alle Multi-Caches zwischen Rapperswil und Biberbrugg respektive Wädenswil und Biberbrugg gelöst hat – beide Wege führen mit anderen Rätseln zum gleichen Ziel – kann sich in Einsiedeln auf die Suche nach dem letzten Multi-Cache machen. Wer die Bonuszahlen gesammelt hat, findet in Einsiedeln eine kleine Box mit kleinen Tauschartikeln – ganz in der Cacher-Tradition darf dort ein Geschenk entnommen und ein eigenes hinterlegt werden.

Nächste Route geplant

Während sich die Geocacher an den Schnitzeljagden von Joey Koller versuchen, plant der SOB-Lokführer schon die nächsten Routen. Auf dem zweiten Teil des SOB-Südnetzes zwischen Biberbrugg und Arth-Goldau soll eine weitere Tour entstehen. Ideen hat er längst im Kopf – verraten sei nur so viel: Piktogramme aus der Bahnwelt könnten eine Rolle spielen.

Text und Bilder: Conradin Knabenhans

Geocache von Joey Koller

Die Geocaches von Joey Koller können auf der Plattform geocaching.com abgerufen werden. Um App und Webseite nutzen zu können, ist eine einmalige Registrierung nötig. Nach der Registrierung sind die Fragen von Joey Koller hier abrufbar.

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